bathysphäre

12. September 2007

die herbstzeitlosen

die wiese ist giftig - doch sie ist so hübsch, wenn es herbst ist!
die kühe, die auf ihr weiden, kippen nach und nach um, sie siechen
an dem gift. die herbstzeitlosen, farbe der iris und des lila,
überall sprießen deine augen, blühen diese blumen

violett von innen nach außen, dieser ganze herbst, und mein leben,
das ich für diese augen lebe, siecht langsam dahin an dem gift.
schulkinder eilen laut krakeelend die straßen hinunter,
in bunten kleidern oder auf einer mundharmonika spielend.

sie pflücken alle die herbstzeitlosen am wege, die auf sie warten
wie mütter, töchter von deren töchtern, und alle in der farbe der augenlider,
flatterhaft wie blätter von blüten in einem irren wind.

leise singt ein kuhhirte, während um ihn herum langsam und muhend
die kühe abkratzen und für immer verschwinden, die große wiese,
sie ist leer, weder herbst noch blumen blühen auf ihr.

(nach guillaume apollinaire)

2 sonar:

Blogger otis sagt ...

die herbstzeitlosen

die wiese ist giftig doch ganz hübsch so im herbst
die kühe die darauf weiden siechen langsam dahin an dem gift
die herbstzeitlose farbe der jahresringe und das lila
überall blühen deine augen diese blumen

violett sind ihre ringe ist dieser herbst und mein leben
das ich für diese augen lebe vergiftet sich langsam
die schulkinder eilen krakehlend aus der schule
mit einem schluckauf und einer mundharmonika spielend

sie pflücken die herbstzeitlosen die sie erwarten wie mütter
und die kinder dieser kinder und alle in der farbe ihrer augenlider
die flattern wie die blütenblätter schlagen in einem irren wind

dazu singt ein hirte ganz leise während um ihn herum langsam und muhend
die kühe weggehen und für immer verschwinden
die große wiese hat schlecht geblüht durch den herbst

12. September 2007 um 20:29  
Blogger otis sagt ...

die herbstzeitlosen

die wiese ist giftig und doch - hey, ganz hübsch so im herbst!
die kühe, die darauf weiden, kippen nach und nach um, siechend
an dem gift, die herbstzeitlose farbe der augenringe und das lila,
überall spießen deine augen, blühen diese blumen

violett sind ihre ringe, dieser ganze herbst und mein leben,
das ich für diese augen lebe, siecht langsam dahin an dem gift.
schulkinder eilen laut krakeelend die straßen hinunter,
in bunten kleidern oder auf einer mundharmonika spielend.

sie pflücken die herbstzeitlosen am wege, die auf sie warten wie mütter
töchter von deren töchtern und alle in der farbe der augenlider,
flatterhaft wie blütenblätter in einem irren wind.

dazu singt ein hirte ganz leis, während um ihn herum langsam und muhend
die kühe weggehen und für immer verschwinden, die große wiese
hat sich schlecht durch den herbst geblüht

12. September 2007 um 21:08  

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