bathysphäre

21. Februar 2007

stehst du auf und trägst mich fort? doch zieh nicht die beine an und nicht beste kleidung. ich habe mit einer spitzen nadel und einem faden die knochen aus meinen füßen gezogen. die feinen knochen habe ich aufgereiht um einen haufen gold herum gelegt und darüber meine haut gebreitet. dass alles schön schlafen möge. es hat gar nicht weh getan mich so zu sehen. doch nun spüre ich meine hände nicht mehr und es fällt mir schwer mich zu konzentrieren. zwischen den fingern bildet sich eine durchsichtige eine rötliche haut und wo ich stehe bilden sich pfützen wie unförmige sonnen um die labbrigen enden der beine was meine füße waren. wenn ich huste kann man mich für einen hund halten der nach dem baden sich im späten sonnenlicht das wasser aus dem fell schüttelt und überall sind die wände rot gesprenkelt. doch ich kann mich nicht festhalten und auch stehen kann ich nicht und wenn ich schlafe kann ich meine augen nicht schliessen. so schlafe ich am tag während ich noch alles sehe. an vielen stellen ist mein fleisch angeschwollen weil der schmerz im innern zu groß war. und du stehst auf und trägst mich fort. doch vergiß deinen sonntagsstaat. wir müssen uns ohnehin mit dem werktag arrangieren. wenn ich aufstehe falle ich vornüber und gleite von deiner schulter. wenn du mich festhälst gleiche ich dem fisch und öffne meinen mund und sage doch kein wort. und du mit deinen spitzen schuhen tanzt mich an land. und du mit deinen langen fingern spürst keinen widerstand an meinem rücken. wie weiße nägel ziehst du meine rippen einzeln mir aus dem körper wie aus weichem holz und läßt sie hinter mich fallen. legst eine spur die zurück ins meer führt. und schon hält nur mein rückgrad deine arme noch davon ab meinen körper in zwei hälften zu teilen deren untere im meer an fremde ufer davonschwimmt deren obere mit den händen in den boden einsinkt. wurzeln würde sie schlagen und pfauenfedern aus der unterlippe wachsen lassen und in ihrer mundhöhle würde ein apfel heranreifen einfach so. doch noch bewahre ich die contenance. ich veräußere meine zähne auf dem freien markt und solange mein kopf es noch zuläßt spiele ich mit einem stift zwischen den beinen und schreibe meine gedanken auf. bis du aufgehst und mich fortträgst.