mein altbekannter traum
oft träume ich diesen seltsamen diesen immer wiederkehrenden traum
von einer mir unbekannten frau, eine frau, die ich liebe und die mich liebt,
eine frau die niemals die selbe ist, noch eine andere, doch wer sie auch ist,
stets ist sie jene, die mich liebt und die mich versteht.
oh dieses wort: verständnis! mein herz, das offen vor ihr liegt, vor ihr allein,
nur sie erkennt keinen rattenschwanz an problemen darin, für sie ist alles klar;
und die sorgenfalten meiner leichenblassen stirn, sie allein weiss sie,
sie allein weiss sie aufzufrischen mit ihren tränen.
ist sie brünett, ist sie blond oder rothaarig? - ich weiss es nicht.
und ihr name? ich erinnere mich, dass er weich und wohlklingend ist
wie die namen von geliebten, die heute ein leben in der ferne führen.
ihr blick ist gleich dem blick einer statue, und ihre stimme, weit entfernt
klingt sie mir ruhig und schwer, sie hat den klang der stimmen der liebsten,
die vor langer zeit vor mir verstummten.
(nach paul verlaine)

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