hahnrei
ich kann die wirklichkeit nicht sehen die ich in dieser wirklichkeit noch glaube / ich habe träume und oft verfange mich in ihnen über meinem bett und auf all meinen anderen reisen / neulich
als ich glaubte berge zu sehen da waren es nur meine sorgen / und ganz oben etwas eis das ins tal rutschte um es vielleicht aufzubrechen / darüber wehte ein kalter wind vielleicht war es wind / weit bin ich gereist vor langer zeit bin ich aufgebrochen zu dir und du zweifelst noch immer an meiner reise an meinen worten an meiner seele / ich fand tatsächlich zu ihren füßen einen stein der war ganz rund und weich und warm in seiner mitte / er war wie jener fels auf dem du im meer lagst damals als du noch unser leben in dein tagebuch fülltest / wasser das aus einer quelle trinkt
jetzt sitze ich hier wie ein gewitter zwischen den bergspitzen / von nacht zu nacht aufgespannt wie eine reißleine über der tiefe / mit meinen fäusten schlage ich die blitze gegeneinander dass die funken nur so stoben / die flügel des raben und im zwingtanz der kristalle kommen immer wieder neue blitze mir in die faust die schweren erektionen die mich bevölkern / die tumben messer mit denen wir fleisch schneiden / die großen zisternen aus denen wir mundvoll für mundvoll trinken und die sich nie leeren werden / dazu berührt uns die sonne ganz schwach am rücken
weithin können die flügel reichen große wege legen sie zurück und sind erst müde wenn sie die welt hundertmal umkreisten / ganz taub sind die steinböcke derweil weil sich der donner in ihren bärten verfängt / staub haben sie in den augen und zwischen den sternen den zähnen glitzern sie / erinnerungen an den sommer an die berge / darüber wehte ein warmer wind vielleicht war es wind / irgend etwas war es das die wolken hoch hinauf trieb so hoch sie nur reichen wollten / wie die steine wie die adler mit einer kraft die alles bewegt / das meer atmet ein atmet aus
abgekühlt werde ich regnen können / in wirklichkeit reißt mich der gletscherfluß nacht für nacht für nacht an den schroffen steilen wänden entlang / entlang an all den schroffen steilen wänden

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