im bus sah ich vor drei tagen eine mutter mit ihrem
kind ein paar reihen hinter mir auf einem doppelplatz
sitzen ich kam aus der stadt & in meinen händen
hatte ich meinen einkauf mit dem rücken zur fahrt
richtung doch die beiden spiegelten sich auch noch
in der dunklen scheibe des busses dem spiegel
bildlichen schriftzug werbung für deodorant es war
unvermeidlich mutter & kind unablässig zu betrachten
das kind das fünf minuten lang den namen der oma
in einem atemzug (so schien es) wiederholte es war zwei
vielleicht drei & der name der großmutter hatte beim
300. mal tatsächlich einen sehr lustigen klang die mutter
war wie eine junge wolke ein einziges lächeln seltsam
dachte ich frauen müssen nach ihrer ersten geburt unter
schiedlich den menschen sein die mit mundwinkeln
wie karpfen & ohne ziel durch die straßen irren mag sein
dass die dehnung der haut zwischen brüsten & becken
oder oxytocin dafür sorgt dass sie zwanghaft lächeln
& vor lauter stolz oder geborgenheit in die welt hinaus
strahlen als gäbe es keine sonne mehr außerhalb
ihres schoßes oder als wollten sie sagen (handfest)
seht her endlich suche ich keinen ersatz mehr
für meine mißratene familie sondern bin selbst eine
solche derweil stieg ich aus haltestelle bogenstraße

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