bathysphäre

5. Dezember 2007


wenn du mit der weichen stimme sprichst wenn du mit deiner lichtstimme redest wenn sie mich anspricht von irgendwoher wenn du mit deiner duftstimme an mein ohr hauchst wenn sie mich weckt am morgen und die berberitze dir lauscht wenn du den weichen vogel deiner stimme mauserst und ich die getüpfelten schalen meines schlafes hineinrolle heim in diese offene hand und am schilfrohr sich die windgeister scheiden wenn du mit deinen weichen lippen redest wenn du dich von labial zu labiallaut leise küßt von islamabad zu islamabad kalkspur eines regens auf der sonnenbeschienenen scheibe der augen durchscheinende gelenkphantome die zukunft beschreibend verstreut auf dem glas dir winkend und winkend dir immer ferner den morgen mit wolkenschleiern fern in der stadt verdeckend wie der wind von den bergen im süden hinabsteigt wie die straßen zwischen dem baumbeerbestand warten die alten freunde die man wiedersieht als fremde auf seltsam distanzierte art doch immer noch freunde bleiben wenn der lauf der beine stetig das dahingleiten der welt jedoch langsamer bleibt wenn die wiesen in ihren mulden das blaue phantom wolke sammeln wenn in den wäldern ein mann mit schwarzen haaren und bart eine lichtung betritt wenn das meer in den senken deines beckens atmet und die weißen mandelmöwen lachen wenn die gepolsterte tür sich öffnet wenn sie sich schließt wenn man das was längst gesagt sein wollte mit dem schweigen sagt mit dem weichen schweigen sagt wenn du dein handy ausschaltest über nacht und auf niemanden mehr hörst nur auf deine blumenstimme deine mit nacht versetzte stimme bestirnte gewölbestimme von der es hängt von der es regnet deine mogelnde stimme die sich leise verdreht in der schlange noch vor dem morgen noch vor dem tag wenn ich zwischen den wällen im laub im wurzelwerk liege und die straßenbahn höre du sprichst mit den haaren der stimmbänder aus der höhe des turms zu mir auf der straße auf dem mittelstreifen in den rauch aus den schornsteinen des winters in den windfang einer werbetafel zwischen den zweidimensionalen brüsten den kopf hängen zwischen den schultern den hochgeschlagenen mantelkragen ducken hineinsinken des kopfes in den eigenen körper einen herzschlag meinen oder deinen hören links oder rechts wie die sonne gemäß der rotationsbewegungen der langen schatten tiefer sinkt auf den rost der alten brücke scheint die alte sonne mit der weichen stimme mit der leichten betonung auf erde auf winter und alles was ich die letzten stunden dachte es bereitet mir längst nicht mehr schmerzen als mein schlaf streichelt deine weiche lichthand meine stirn

1 sonar:

Blogger otis sagt ...

wenn du mit der weichen stimme redest wenn du mit deiner lichtstimme sprichst wenn sie mich anspricht von irgendwoher wenn du mit deiner duftstimme redest wenn sie mich weckt am morgen und die berberitze dir lauscht wenn du den weichen vogel deiner stimme mauserst und ich die getüpfelten schalen meines schlafes hineinrolle heim in diese offene hand und am schilfrohr sich die windgeister scheiden wenn du mit deinen weichen lippen redest wenn du dich von bilabialem zu bilabialem laut leise küßt von islamabad zu islamabad kalkspuren eines regens oder sommers auf der sonnenbeschienenen scheibe meiner augen durchscheinende gelenkphantome die zukunft beschreibend verstreut dir winkend und winkend dir immer ferner den morgen mit wolkenschleiern verdeckend wie der wind von den bergen im süden hinabsteigt wie die straßen zwischen dem baumbestand schweigen die alten freunde die man wiedersieht als fremde auf seltsam distanzierte art doch immer noch freunde bleiben wenn der lauf der beine stetig das dahingleiten der welt jedoch langsamer bleibt wenn die wiesen in ihren mulden das blaue phantom wolke sammeln wenn in den wäldern ein mann mit schwarzen haaren und bart eine lichtung betritt wenn das meer in den senken deines beckens atmet und die weißen mandelmöwen lachen wenn die gepolsterte tür sich öffnet wenn sie sich schließt wenn man das was längst gesagt sein wollte mit dem schweigen sagt mit dem weichen schweigen sagt wenn du dein handy ausschaltest über nacht und auf niemanden mehr hörst nur auf deine blumenstimme deine mit nacht versetzte stimme bestirnte gewölbestimme von der es hängt von der es regnet deine mogelnde stimme die sich leise verdreht in der schlange noch vor dem morgen noch vor dem tag wenn ich zwischen den wällen im laub im wurzelwerk liege und die straßenbahn höre du sprichst mit den haaren der stimmbänder aus der höhe des turms zu mir auf der straße auf dem mittelstreifen in den rauch aus den schornsteinen des winters in den windfang einer werbetafel zwischen den zweidimensionalen brüsten den kopf tragen zwischen den schultern den hochgeschlagenen mantelkragen ducken hineinsinken des kopfes in den eigenen körper einen herzschlag meinen oder deinen hören links oder rechts wie die sonne gemäß der rotationsbewegungen der langen schatten tiefer steht auf den rost der alten brücke scheint die alte sonne mit der weichen stimme mit der leichten betonung auf stimmme und alles was ich letzten stunden dachte bereitet mir längst nicht mehr schmerzen streichelt deine weiche lichthand meine stirn

10. Dezember 2007 um 14:21  

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